Yannis - part 1

Getroffen in Zürich, Schweiz, im Januar 2020

(Teil 1 von 2) Ich treffe Yannis in seinem Büro in Zürich. Es ist 16 Uhr, Dienstag, dem 21. Januar. »Wir schauen uns momentan nach einem grösseren Büro um«, sagt er zu mir, während wir durch die Korridore des grossen Industriegebäudes gehen und schliesslich in einem überschaubaren Studio ankommen. Es gibt keine Fenster. »Wann war der letzte Tag, an dem du dir frei genommen hast?« »Es ist gerade etwas hektisch. Am 1. Januar, schätze ich.« Yannis wurde letzte Woche 22 Jahre alt und zusammen mit seinem Kollegen, der im gleichen Alter ist, besitzt er eine Filmproduktionsfirma.

Vor 3 Jahren gegründet. Ich traf die beiden letzte Woche beim Dreh eines TV-Spots und eines Musikvideos in Kollaboration mit einer bekannten Schuhmarke. »Was sind die Budgets, mit denen ihr normalerweise arbeitet?« »Im unteren 5-stelligen Bereich. Alles begann vor 8 Jahren, als wir aus Spass Skatevideos drehten. Von da an ging es langsam aufwärts. Wir konnten ein Video für eine Kirche und eine Schule produzieren. Für 2 Wochen Arbeit kriegten wir um die 100 Franken. Es fühlte sich nach einer Menge Geld an. Dann ergab sich die Möglichkeit, für diese bekannte Marke ein Behind-the-Scenes zu drehen. Wir lieferten mehr als erwartet. Sie wollten weiterhin mit uns zusammenarbeiten, und so schafften wir den Einstieg in die Branche. Wir kriegen fast alle Aufträge durch Weiterempfehlungen.« Die Produktion letzte Woche fand in einem grossen Mietstudio statt (siehe Bild unterhalb). Es war ihre

grösste Produktion bisher. Etwa 15 Personen waren involviert. Yannis und sein Kollege organisierten nicht nur den gesamten Dreh, sondern konstruierten auch die Settingelemente von Grund auf, liehen und kümmerten sich um die Filmausrüstung inklusive der grossen Lichtsetups. Und sie machten die Kameraarbeit - wie üblich. »Und dann kannst du nicht einfach die Kamera einschalten. Alles muss gut aussehen, das Model muss wissen, was zu tun ist. Wir waren übermüdet. In dieser Woche schliefen wir nur 4 bis 5 Stunden pro Nacht. Die Woche zuvor waren wir in Marokko für einen Dreh und dieses Wochenende reisten wir direkt zum Skiweltcup. Nun haben wir eine Menge an Nachbearbeitung vor uns.« »Das tönt nach einer Menge Stress. Kompensiert das Geld dafür?« »Naja, in 4 Tagen zahlen wir unseren ersten Lohn aus. Wir beide haben neben der Firma Teilzeit gearbeitet, aber ich lebe mittlerweile seit 5 Monate von meinem Ersparten. Wir haben das gesamte Geld bisher immer direkt in neue Ausrüstung investiert.«


Yannis ist Teilinhaber von TYMA Film.



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