Sabrina - part 1

Getroffen in der Region Luzern, Schweiz, im Juli 2020

(Teil 1 von 2) »Ich jage, sodass ich Fleisch essen kann. Von der Massentierhaltung distanziere ich mich. Manchmal werde ich heftig kritisiert, dass ich Tiere erlege. Wie kann ich so herzlos sein? Wie kann ich nur behaupten, dass ich die Natur respektiere? Zwischen 6 und 20 Jahren ernährte ich mich vegetarisch, dann entschied ich mich, wieder Fleisch zu essen. Nur durch die Jagd komme ich an Fleisch von freilebenden Tieren ohne Transportstress und von denen ich weiss, wie und wo sie gelebt haben. Ich erlege 2 bis 3 Tiere im Jahr, das Fleisch reicht für meine gesamte Familie und darüber hinaus. Aus den Lungen, Kehlkopf, Zwerchfell und Schlund machen wir Leckerlies für die Hunde, es soll so viel wie möglich verwertet werden. Ich präsentiere mich auf öffentlichen Plattformen um mehr Aufmerksamkeit auf die Art und Weise unseres Konsums zu lenken und um die Menschen zum Denken anzuregen.«

Im Internet sind diverse Videos von Sabrina und ihren Jagderfahrungen zu finden, einschliesslich Reisen ins Ausland zu Freunden und Bekannten. In der Schweiz lebt sie in einem Dorf auf dem Land. »Unser Haus befindet sich allerdings an der Hauptstrasse, ich wache von vorbeifahrenden Lastwagen auf. Ich würde lieber auf einem Bauernhof oder in einem Häuschen im Grünen leben. Ich wurde in Chile geboren und mit 8 Wochen adoptiert. Meine Grosseltern sind Teil der Mapuche-Indianer.«

Zufälligerweise sehe ich die Rückseite ihres Smartphones. »Das ist ein Bild von Pocahontas, oder?«

»Genau. Die Leute nennen mich manchmal so. Ich frage mich, ob meine Wurzeln dafür verantwortlich sind, dass ich mich mit der Natur so verbunden fühle. Aber auch meine Familie ist sehr naturverbunden. In den frühen Morgenstunden der letzten Tage im Mai und Juni waren wir draussen auf den Feldern, um mit einer Drohne mit Wärmebild-Kamera nach Rehkitzen Ausschau zu halten. Rehkitze haben zum Schutz einen angeborenen Duckreflex, keinen Eigengeruch, und ihre Fellzeichnung sorgt für eine optimale Verschmelzung mit dem Boden. Leider wird in dieser Zeit das Gras gemäht, sodass die Gefahr besteht, dass die Tiere unter die Maschinen kommen. Mit der Zusammenarbeit zwischen Landwirt, Jäger und freiwilligen Helfern versuchen wir, so viele wie möglich zu retten. Es ist wichtig für mich, der Natur etwas zurückzugeben, auch wenn manche das anders sehen mögen.«

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Mehr über Sabrina:

https://www.sabrina-d-bloch.com

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