Rose-Marie

Getroffen in Zürich, Schweiz, im August 2020

›Man sieht nicht, was in anderen vor sich geht.‹ Dieser Satz kommt mir in den Sinn, wenn ich das Bild betrachte, das ich an diesem Nachmittag von Rose-Marie mache. Neben uns wartet ihre zweijährige Tochter, die während den Fotoaufnahmen mit den hellen Kieselsteinen spielt. »Bei ihrer Geburt wunderte sich die Hebamme, warum ich mir die Schmerzen nicht gross anmerken liess«, sagte mir Rose-Marie auf dem Weg zu dieser sonderbaren Parkanlage. »Die Antwort ist, dass ich es mir gewohnt bin … meine Nierenschmerzen sind manchmal ebenso stark. Ich bin häufig müde, habe vielfach starke Kopfschmerzen. Aber ich kämpfe mich durch, mittlerweile weiss ich, wie ich mich ernähren kann, damit es aushaltbar ist. An manchen Tagen geht es besser, an manchen schlechter.« Für sie ist es schwierig, eine feste Arbeit zu finden. Und die Medikamente sind teuer. Darum hat sie sich beruflich selbstständig gemacht und nutzt ihr Wissen, um Menschen zu helfen, die ebenso gesundheitliche Probleme haben. »Durch meine Beschwerden kann ich ihnen besser nachfühlen. Ein junger Mann, der wegen Multipler Sklerose bereits sein Testament verfassen muss … Fälle wie diese bleiben im Gedächtnis. Es kommen aber auch Personen zu mir, bei denen alles in Ordnung ist: Job, Familie, Gesundheit. Trotzdem scheinen sie etwas in ihrem Leben zu vermissen.«

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