Marut - part 3

Getroffen in der Schweiz im Februar 2021

Mut für einen Neuanfang (Kapitel 3 von 3) --- Eine Stunde später standen sie am Geländer und liessen den Blick durch die Halle schweifen. »Goldschatz«, sagte Alex plötzlich leise vor sich hin. »Was meinst du?«, fragte Marut. »Du hast mir erzählt, dass du damals bei der Eröffnung diesen Ort als deinen Goldschatz bezeichnet hast. Und dass du Tränen in den Augen hattest.« Marut schmunzelte. »Das war so viel Arbeit gewesen. Teilweise bin ich todmüde am nächsten Morgen wieder hier aufgekreuzt um weiterzubauen, teilweise bis spät in die Nacht hinein. Wir waren ein starkes Team.« Bis überhaupt mit dem Bau der Freestyle-Halle hatte begonnen werden können, dauerte es rund 3 Jahre. Gelder im 5-stelligen Bereich mussten gesammelt werden. Konzepte mussten erstellt werden, geeignete Standorte ausfindig gemacht werden. Ein langwieriger Prozess, den Marut und sein Team hatten durchlaufen müssen. Daran dachte er mit Stolz zurück. »Wie hat dich diese Zeit geprägt?«, wollte Alex wissen. Marut überlegte. »Ich wurde ins kalte Wasser geworfen. Ich musste mich hinstellen und unser Konzept vertreten. Das gab Selbstvertrauen.« »Ähnlich wie bei deiner Zeit im Militär, oder?« »Genau, auch dort hatte ich mich zuerst verloren gefühlt, aber mit der Zeit passte ich mich an und merkte, dass ich viel mehr konnte. Ich lernte zudem, mich selbst zu akzeptieren, dass ich sensibel bin und das auch zeigen darf. Ausserdem hatte ich mir bereits vor 2 Jahren die Frage gestellt, ob ich was Anderes machen sollte. Ich hatte mich dagegen entschieden, was völlig in Ordnung und nötig gewesen war. Aber nun haben sich die Umstände geändert. Meine Kollegen haben mich zudem in meinem Vorhaben bestärkt.« Orte, Menschen, Dinge … manchmal musste man sich verabschieden, um Platz für Neues zu schaffen. Nach einer Weile löschten sie schliesslich das Licht und liessen die Halle in ihrer Dunkelheit zurück. Als Marut an diesem Abend im Bett lag, erinnerte er sich an dieses Treffen, das wirklich nicht ganz alltäglich gewesen war. Aber es war ein gutes Gefühl zurückgeblieben. Er wusste nun, was zu tun war.