Johannes

Getroffen in Basel, Schweiz, im Mai 2020

Johannes hat sich schon früh für das Erzählen von Geschichten interessiert. Mittlerweile schreibt er Filmskripte und führt Regie. Er hat den Weg der Kunst gewählt, wie ich es nennen würde, und es scheint, als habe er diese Entscheidung nie bereut. Wir trafen uns in Basel und schossen einige Fotos. Wir redeten über Verschiedenes, doch dieses Mal hatte ich Schwierigkeiten, einen roten Faden zu finden. Deshalb lasse ich seine Antworten auf einige meiner Fragen für sich selbst sprechen. »Welche 3 Adjektive beschreiben dich am besten?« »Ich hasse diese Art von Fragen. Ich denke viel darüber nach, warum ich mich so fühle wie ich mich fühle und warum Menschen sich so verhalten wie sie es tun. Ich arbeite gleichzeitig daran, weniger darüber nachzudenken. Aber manchmal führen diese Gedanken zu interessanten Ideen, weswegen ich sie verfolge. Ich kann sehr euphorisch sein, wenn mich einmal etwas erwischt hat. Genauso schwelge ich aber auch oft in Melancholie. Ich mag diese Gegensätze… euphorisch und melancholisch. Das dritte Adjektiv wäre nachdenklich.« »Was machst du, wenn es dir an Motivation fehlt?« »Es gibt immer wieder kleine Durchbrüche. Je länger ein Projekt dauert, desto schwieriger ist es die Motivation aufrecht zu erhalten. Der Moment, in dem es schwierig wird, ist oft der Moment, der dich weiterbringt. Fehlt mir die Motivation, gehe ich zurück zum Anfang und frage mich, warum ich dieses Projekt überhaupt machen will. Die Antwort lautet oft, dass ich eine bestimmte Geschichte erzählen will, aber es kann auch andere Gründe haben, zum Beispiel neue Menschen kennenzulernen oder neue Erfahrungen zu sammeln.« »Wie würdest du dein generelles Menschenbild beschreiben?« »Das kann ich nicht verallgemeinern, denn es ist eine individuelle Angelegenheit. Jeder tut oder probiert die Dinge zu tun, die er am besten findet. Deshalb müssen wir immer wieder miteinander kommunizieren und diskutieren.« »Magst du Smalltalk?« »Früher war ich abgeneigt. Aber mittlerweile masse ich mir nicht mehr an, die Intention einer Person zu kennen, wenn sie mich fragt, was ich so tue. Ich habe erkannt, dass ich zufriedener bin, wenn ich nicht über Menschen urteile. Ich hatte den Gedanken, dass wenn ich von einer zufälligen Person auf der Strasse denke, dass diese wohl gerade über mich urteilt, ich selbst ebenfalls urteile. In diesem Fall verhalte ich mich nicht besser. Ich muss akzeptieren, dass es Dinge gibt, die ich nicht wissen kann.«

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