Eine grüne Wand - 2

Getroffen in der Schweiz im Dezember 2020

Wenn du dein eigenes Kind nicht liebst (Kapitel 2 von 5) --- »Ich war im 4. Monat als ich mein Kind nicht mehr wollte, ich wollte es abtreiben, obwohl es gewollt war, jedoch nicht so früh. Ich schrie, ich weinte, weil ich nicht wusste, was ich mache. Jede Berührung von meinem Mann habe ich als Gewaltakt gesehen. Die Angst überkam mich, was, wenn mein Mann wie mein Vater ist und geht und ich allein bin mit meinem Kind wie meine Mutter? Was ist, wenn ich die Liebe nicht geben kann, die mein Kind braucht? Bei der Arbeit wollten sogar fremde Menschen meinen Bauch anfassen. Was denen eigentlich einfällt, habe ich mich gefragt. Ich habe meinen Bauch immer versteckt, ich war nie stolz darauf ihn zu zeigen.

Im 5. bis 7. Monat hatte ich stets leichte Schmerzen, ansonsten ging es ganz gut, aber im 8. Monat wurde es schlechter, ich zog mich immer mehr zurück, hatte negative Gedanken und konnte nicht mehr schlafen. Ende des 8. Monats begann das Wasser in den Beinen und im Gesicht. Ich hatte Herzrasen, mir ging es nicht mehr gut. Kein Arzt hat mich ernst genommen, ich sagte denen, dass mein Kind zu gross sei, ich sagte ihnen, dass ich schon seit zwei Wochen in den Wehen läge. Aber ich wurde immer weggeschickt und mir wurde gesagt, dass ich mir das einbilde, da es meine erste Schwangerschaft war und ich ja sowieso keine Ahnung habe. Ich dachte mir, okay, nun gut, wird schon stimmen. Aber mein Instinkt sagte mir was Anderes.

Nun gab es ein Fest bei der Familie meines Mannes, aber ich hatte keine Kraft und keine Lust, wollte aber auch nicht allein sein. Er brachte mich zu meiner Mutter, dann begannen die Wehen. Dank der Geburtsvorbereitung konnte ich richtig atmen und habe das sehr gut gemeistert. Meine Mutter brachte mich ins Krankenhaus. Da war ich so froh, dass sie dabei war. Die Wehen wurden immer heftiger, aber glücklicherweise ist meine Schmerzgrenze ziemlich hoch. Mein Mann kam, meine Mutter verabschiedete sich, wobei ich am liebsten gleich losgeweint hätte. Warum ging sie jetzt einfach, warum sagte ich nichts? Wir durften in den Gebärsaal rein, ich wartete auf das Kommando, dass ich pressen durfte, aber es kam nie eines.«

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